Archiv für den Monat: November 2015

Sumpfmeise oder Weidenmeise

Es ist nicht immer so leicht wie in diversen Bestimmungsbüchern beschrieben (eine von mir empfohlene Auswahl finden Sie hier),  diese beiden sehr ähnlichen heimischen Vogelarten auseinanderzuhalten. Während die Sumpfmeise (Parus palustris) schon 1758 von Carl von Linné beschrieben wurde, beschrieb Thomas Conrad von Baldenstein im Jahre 1827 die Weidenmeise (Parus montanus) erstmals als eigenständige Art. In modernen Vogelbestimmungsbüchern stehen als wichtigste Unterscheidungsmerkmale der Kinnfleck, die Färbung der Kopfplatte und das Armschwingenfeld.
Aber selbst wenn man die Vögel in der Hand hält, ist die Unterscheidung nicht immer so einfach möglich. Hier kann man zwar noch auf die Abstufung der Steuerfedern achten, die bei der Feldbeobachtung kaum möglich ist, aber am einfachsten ist die Unterscheidung der beiden bei uns heimischen Vögel immer noch am Gesang bzw. Ruf.

Sumpfmeise in der Nähe der Vogelfütterung
Sumpfmeise – Foto: Jürgen Hauck

Im Bild ist eine Sumpfmeise zu sehen, charakteristisch ist der kleine Kehlfleck, die glänzende schwarze Kopfplatte und das fehlende helle Armschwingenfeld.
Versuchen Sie beim nächsten Besuch einer der beiden Arten an ihrer Vogelfütterung die Bestimmung – viel Erfolg und Spaß dabei!

Im Fichtenwald

Am 15.11.2015 unternahmen 17 interessierte Rehabilitanten der Median Klinik Bad Lobenstein eine Rundwanderung mit mir im südlichen und südwestlichen Gebiet der Klinik. Die Wegstrecke ist von Fichtenforsten dominiert, etwas Abwechslung bringen einzelne eingestreute Buchen und einige kleinflächige junge Waldbestände mit geringem Laubholzanteil.

Amsel Männchen
Amsel Männchen – Foto: Jürgen Hauck

Die Beobachtung heimischer Vögel stand nicht im Vordergrund und war durch den stürmischen Wind und das teils nasskalte Wetter erschwert. An Vogelarten wurden nur Kohlmeise (Parus major), Blaumeise (Parus caeruleus) und Amsel (Turdus merula) registriert. Erstaunliche viele Pilze säumten den Weg und viele Flechten waren auffällig.
Beim durchqueren des Hakengrundes fiel der geringe Wasserstand des Hakenbaches auf und der Fund von Brunnenkresse erfreute die Teilnehmer. Auf Grund der Beobachtungsumstände blieb es bei der Aufzählung typischer Waldvogelarten und
deren Lebensraumansprüche.

Rotkehlchen in der Morgendämmerung

Jetzt ist das „Tickern“ der Rotkehlchen (Erithacus rubecula) wieder oft zu hören, gerade in der Morgendämmerung.  Dem aufmerksamen Beobachter wird dies nicht entgehen, so wie mir heute früh auf dem Weg zur Arbeit.

Rotkehlchen
Rotkehlchen – Foto: Jürgen Hauck

Die derzeit noch milde Witterung kommt dem melancholisch wirkenden kleinen heimischen Vogel mit den großen Augen (Bild) entgegen. Die Grünflächen, Gärten und Parkanlagen in den Städten und Dörfern bieten noch genügend Nahrung. Einige Rotkehlchen werden versuchen zu überwintern, andere ziehen in meist südwestlicher Richtung bis nach Nordafrika. Sollten Sie Rotkehlchen füttern wollen, dann muss an der Futterstelle Weichfutter mit angeboten werden. Ob es sich bei „meinem“ Rotkehlchen heute früh um einen einheimischen Brutvogel oder um ein auf dem Herbstzug befindliches Individuum gehandelt hat muss offen bleiben. Vermutlich war es ein Durchzügler, unsere Brutvögel dürften das Revier schon verlassen haben. Neben einigen Dohlen (Corvus monedula) und Rabenkrähen (Corvus corone corone) die vom Schlafplatz aufbrachen war es eher ruhig was Vogelstimmen angeht.