Archiv für den Monat: März 2016

Heimische Vögel in Deutschland

Stieglitz - Vogel des Jahres 2016
Stieglitz, Foto: Jürgen Hauck

Schon zum achten mal präsentiert  der Dachverband Deutscher Avifaunisten in komprimierter Form die aktuelle Lage der heimischen Vögel in Deutschland.

Ich möchte einen kurzen Überblick über den Inhalt geben.

Artenvielfalt: auf dem Rückzug

Die Bestandssituation der 248 heimischen Brutvogelarten hat sich seit Ende der 1990er Jahre spürbar verschlechtert: Jede dritte bei uns brütende Vogelart erlitt Bestandsrückgänge.
Bekommen wir den stummen Frühling? Häufige heimische Vogelarten unserer Normallandschaft, wie beispielsweise Baumpieper und Stieglitz, weisen negative Trends auf.
Arten der genutzten Offenlandschaft bleiben weiterhin unsere größten Sorgenkinder: Beziehen wir leichte Bestandsrückgänge ein, so nimmt die Hälfte der Agrarvogelarten ab!
Zugvogelarten weisen nach wie vor einen höheren Anteil im Brutbestand abnehmender Arten auf als Teilzieher und nicht wandernde Arten.
Relevante Beeinträchtigungen und Gefährdungen hängen bei den Brutvögeln vor allem mit der intensiven Landnutzung zusammen.
Der Klimawandel wirkt sich kurzfristig betrachtet nur in geringem Umfang auf die Brutvögel aus. Viel stärker wirken nutzungsbedingte Beeinträchtigungen einschließlich eines Teils der Gegenmaßnahmen zum Klimawandel.

Europäische Vogelschutzgebiete: Mangelhaftes Management

Es fehlt derzeit noch an durchschlagenden Erfolgen.
Der Grund: Die Naturschutzpraxis hinkt den Absichtserklärungen hinterdrein. Bislang liegen nur für 19 % der Vogelschutzgebiete Managementpläne vor, in denen verbindlich Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen für die Zielarten festgelegt werden. Selbst die beschlossenen Managementpläne wurden und werden bislang nur zu einem Teil umgesetzt.

Vogelmonitoring: gestiegene Anforderungen

Das Vogelmonitoring schafft eine unerlässliche Datenbasis für den Naturschutz. Es ist Grundlage für die Indikatoren, die den Zustand der Landschaft anzeigen, und für Rote Listen. Mit den erhobenen Daten lassen sich die Ursachen der Beeinträchtigungen und Gefährdungen analysieren und sie bilden die Basis für gezielte Schutzmaßnahmen.
Um das ehrenamtliche Engagement im Vogelmonitoring zu stärken, sollen die Vogelerfassungsprogramme in das Online-Portal ornitho.de integriert, Angebote zur Schulung und Qualifizierung von MitarbeiterInnen erweitert und das Feedback verbessert werden.
Besonders wichtig ist der Ausbau des Monitorings in den Europäischen Vogelschutzgebieten, die Optimierung des Monitorings seltener Brutvogelarten und die Stärkung der koordinativen Strukturen.

Viele weitere interssante Themen werden auf den 76 Seiten behandelt, lesen Sie selbst. Heimische Vögel in Deutschland. (Klick)

Quelle: Wahl, J., R. Dröschmeister, B. Gerlach, C. Grüneberg, T. Langgemach, S. Trautmann & C. Sudfeldt (2015): Vögel in Deutschland – 2014. DDA, BfN, LAG VSW, Münster.

Meisen Nistkästen können kurzfristig noch angebracht werden

Blaumeise am Einflugloch
Foto: Pixabay – Alexas_Fotos

Der Frühling scheint nun wirklich zu kommen. Die Gesangsaktivität der Vögel hat stark zugenommen. Neben Amsel, Rotkehlchen, Star, Goldammer und Kleiber sind vor allem Meisen aktiv. Da in unserer Kulturlandschaft Nistmöglichkeiten rar sind, sollte man überlegen ob auf dem eigenen Grundstück , im Garten oder auch im nahe gelegenen Wald Nistkästen aufgehängt werden können. Dabei ist zu beachten, dass man auf fremden Grundstücken die Erlaubnis des Eigentümers unbedingt benötigt! Ich habe eine Meisen Nistkasten Seite erstellt, die vielleicht bei der Entscheidung hilft. Diese kann hier besucht werden (Klick).

Gänse im Plothener Teichgebiet

Graugänse und Weißwangengans

Graugänse und Weißwangengans – Foto: Werner Böttcher

Bei einer Exkursion in das Plothener Teichgebiet überraschte eine Weißwangengans, Branta leucopsis neben zwei Graugänsen, Anser anser. Während Graugänse seit dem Jahr 2010 im Teichgebiet brüten ist die Weißwangengans ein sehr seltener Gast. Über die Herkunft dieser schwarz-grau-weißen, relativ kleinen Gans kann nur spekuliert werden. Ursprünglich brütete diese Gans auf Ostgrönland, Spitzbergen und der russischen Barentsee. Vor etwa 40 Jahren breitete sich die Barentsee-Poulation nach Südwesten aus und Mitte der 1980er Jahre gab es erste Bruthinweise aus Deutschland. Derzeit brüten etwa 500 Paare entlang der Nordseeküste und an Elbe und Ems. Im deutschen Binnenland gibt es nur vereinzelte Brutvorkommen. Da die Art auch in Gefangenschaft gehalten wird, können auch entflogene Vögel auftreten. Die Plothener Weißwangengans war unberingt und recht scheu, was auf einen Wildvogel hindeutet.