Archiv für den Monat: April 2016

Heimische Vögel – Vogelstimmen lernen

Vogelstimmen lernen Kohlmeise
Foto: Jürgen Hauck

Vogelstimmen lernen und dadurch heimische Vögel bestimmen – Geht das? Ja das geht. Aber um es gleich vorweg zu sagen, Sie müssen mehrmals und am besten mit erfahrenen Ornithologen draußen Vogelstimmen hören und sich erklären lassen.  Ein tolles Set aus 2 DVD und Buch mit 220 Vogelstimmen gibt es hier (KLICK). Im Frühjahr bis in den Frühsommer werden sicherlich auch in der Nähe ihres Wohnortes Vogelstimmen-Wanderungen durchgeführt. Meist organisieren das Vereine, die Teilnahme ist oft kostenlos, eine kleine Spende willkommen. Gerne gehen die Ornithologen durch Parks, Auen oder andere recht abwechslungsreiche Landschaften. Mit genug Ausdauer und Wegstrecke können bis zu 60 Vogelarten gehört oder gesehen werden. Vogelstimmen  lernen am Anfang nicht leicht. Besonders in den frühen Morgenstunden lohnt sich ein Gang in die Natur.

Gesangsaktivität – Vogelstimmen lernen

Die Gesangsaktivität der heimischen Singvögel lässt im Laufe des Vormittags nach und nimmt aber gegen Abend noch einmal zu. Am frühen Morgen singen die Drosselartigen, wie Amsel, Rotkehlchen, Singdrossel und Misteldrossel. Dann kommen immer mehr Arten hinzu, je nach Landschaft in der sie sich bewegen. Jede Vogelart hat ihren Gesang angepasst, so singen manche kleinen Vögel, wie der Zaunkönig erstaunlich laut. Andere wie die Goldhähnchen singen sehr leise. Sogenannte Doppelgängerarten wie Sumpf- und Weidenmeise sind wiederum nur am Gesang gut zu unterscheiden. Die Kohlmeise (siehe Bild) singt eher „stümperhaft“. Vogelstimmen spielen eine wichtige Rolle bei der systematischen Vogelerfassung, auch Monitoring oder Kartierung genannt. Die Kartierer müssen die Vögel nicht sehen, der Gesang reicht um ein Revier einer Vogelart abzugrenzen. Ich habe heute am frühen Morgen eine Kartierung im Rahmen des Monitoring häufiger Brutvogelarten (MhB) auf einer Probefläche bei Bad Lobenstein durchgeführt. Das MhB ist eine wichtige Methode zur Erfassung der Bestandsentwicklung heimischer Vögel. Wer mehr darüber erfahren will, schreibe mir per Email.

Vogelstimmen im Frühling

Ringeltaube bei Nestbau
Foto: Michael Pöhlmann

Es ist am Jahresanfang bzw. zu Frühlingsbeginn nicht immer leicht die Vielzahl der Vogelstimmen auseinanderzuhalten.  Dabei singen momentan noch recht wenige Arten. In den letzten Tagen waren hier im Ostthüringer Schiefergebirge besonders Kleiber und Meisen aktiv, was den Gesang betrifft. Nur zögerlich kommen weitere heimische Vögel bzw. Vogelarten hinzu. Rauch- und Mehlschwalbe machen sich noch rar, von den Grasmücken habe ich bis heute nur Mönchsgrasmücke und Klappergrasmücke gehört. Hier und da rufen Zilpzalpe. Ringeltauben sind beim Nestbau (siehe Bild), ebenso die Drosselarten.  Einige Vogelstimmen muss auch ich jedes Frühjahr wieder neu „erlernen“. Dabei können auch erfahrenen Ornithologen durchaus in Schwierigkeiten kommen wenn es ähnliche Sänger zu unterscheiden gilt. Da fallen mir spontan Weiden- und Sumpfmeise, Garten- und Waldbaumläufer oder Trauerschnäpper und Gartenrotschwanz ein. Versuchen Sie die Vogelstimmen zu lernen, begleiten Sie erfahrene Ornithologen z.B. auf einer der demnächst zahlreich angebotenen Vogelstimmenwanderungen.

Vogelfütterung – Winterfütterung

Der Winter scheint zwar vorbei zu sein, aber an den Vogelfütterungen für heimische Vögel ist noch viel los. Auffallend ist, dass die meisten Meisenarten kaum noch hier zu sehen sind, sie sind vermutlich alle schon im Brutrevier. Die Vogelarten die etwas später im Jahr brüten sind aber noch zu sehen, allen voran Erlenzeisige (Carduelis spinus), Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) und Bergfinken (Fringilla montifringilla).

Vogelfütterung - Erlenzeisig Weibchen Vogelfütterung - Kernbeisser Vogelfütterung - Bergfink
Erlenzeisig Weibchen Kernbeisser Bergfink Männchen
alle Fotos: Jürgen Hauck

Erlenzeisige sind außerhalb der Brutzeit in Gruppen unterwegs, auf dem Zug können diese mehrere hundert Individuen umfassen. Auch an der Vogelfütterung sind sie gesellig. Beim Kernbeisser können sich auch kleine Trupps im Winterhalbjahr bilden, diese sind nicht so häufig zu sehen. Bergfinken sind an der Vogelfütterung meist Einzelgänger, am Boden unter der Futterstelle sind sie aber auch gesellig. Bergfinken können sehr große Schlafgemeinschaften bilden, bis zu mehr. Millionen Vögel! wurden schon beobachtet.  Die Individuen dieser bunten Finkenart sind noch bis etwa Ende in April auf dem Heimzug in ihre nord- bis nordöstlich gelegenen Brutgebiete zu sehen.

Vogelfütterung – Ganzjährig?

Auf der Seite Vogelfütterung habe ich das Thema schon einmal kurz beleuchtet, vielleicht haben Sie liebe Leser ja eine Meinung und hinterlassen diese im Kommentarfeld.

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