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Star – Vogel des Jahres 2018

Nachdem 2017 der Waldkauz als Vogel des Jahres von NABU und LBV gekürt wurde folgt im Jahr 2018 ein Singvogel. Der Star (Sturnus vulgaris) dürfte den meisten Menschen bekannt sein, ist er doch oft in Siedlungen, Parks und Gärten anzutreffen.

Leider ist dieser frühere Allerweltsvogel mittlerweile in der Roten Liste der deutschen Brutvögel zu finden. Wer hätte das vor 10 Jahren gedacht.
Man kann den Star als Beispiel nennen für eine Vielzahl von Singvögeln die mit der industriellen Landbewirtschaftung nicht mehr klar kommen.
Dabei ist dieser Vogelart als Höhlenbrüter noch vergleichsweise einfach zu helfen. Nistkästen aufzuhängen und damit Brutmöglichkeiten zu bieten ist einfach. Dies nützt aber nichts wenn die Nahrungsgrundlage für den hübschen Singvogel fehlt.

Star Vogel des Jahres
Star, Foto: pixabay/nosaczthepigeon

Die Stare sind neben der Feldlerche die ersten Frühlingsboten im Frühjahr. Zu dieser Jahreszeit fressen die Vögel gerne Kleintiere aus der oberen Bodenschicht. Im Jahreslauf kommen dann Früchte und Beeren auf den Speiseplan des Stares. Weidetiere werden in der Agrarlandschaft im Gegensatz zu großen Monokulturen mit Mais und Raps immer seltener. Damit fehlt Mist und Insekten auf den Grünländern. Biozide und diverse Agrochemikalien vernichten zudem weitere Nahrungstiere. In der oft ausgeräumten Agrarsteppe fehlen zudem beerentragende Hecken.

Brutplatzverluste entstehen durch Abholzung alter Laubholzbestände, so dass der Star gezwungen ist in die Ortschaften zum Brüten zu kommen.

Diese Ursachen sind der Hauptgrund für das „Verschwinden“ von mehr als einer Million Brutpaare von Sturnus vulgaris in den letzten 20 Jahren. Dies ist immerhin ein Viertel des deutschen Brutbestandes.

Somit ist es nur konsequent einen ehemals als Allerweltsvogel bekannten hübschen Sänger als Vogel des Jahres 2018 zu küren. Die damit verbundene hoffentlich erhöhte Aufmerksamkeit auf die gesamte Thematik sollte zum Umdenken in der menschlichen Übernutzung der Natur anregen.

Phänomen Vogelzug

Der herbstliche Vogelzug ist bei den meisten mitteleuropäischen Vogelarten schon abgeschlossen. Zum Monatswechsel Oktober auf November ziehen in weiten Teilen Deutschlands die Glücksbringer in den Süden. Unter lautem Rufen, dass unüberhörbar ist fliegen Kraniche in den Süden. Hier ist Vogelzug oft für jeden erlebbar.

Vogelzug Kraniche
Ziehende Kraniche, Foto: pixabay/HansLinde

In den letzten Tagen kann man aber auch viele Singvögel aus Nord- und Osteuropa beim Durchzug beobachten. Meist handelt es sich um Buch- und Bergfinken, auch Wacholderdrosseln, Stare, Singdrosseln und Feldlerchen gehören zum Repertoire.

Viele Singvögel sind Standvögel, überwintern also hier, manche Arten streifen nach der Brutzeit umher. Dazu gehören auch die meisten Meisenarten, eine kurze Übersicht über die Meisenarten Deutschlands findet sich hier (klicken).

Auch auf Greifvögel sollte geachtet werden, vor allem Rotmilane sind beim Vogelzug in den Süden bzw.  Südwesten zu sehen.  Andere Greifvogelarten sind Standvögel, wie zum Beispiel der Mäusebussard

Die Gewässer werden ab Oktober auch von immer mehr Wasservögeln aufgesucht, die einen überwintern hier, die anderen machen nur kurz Rast. Da die Schwimm- und Tauchenten die Mauser bald abschließen, können farbenprächtige Löffelenten, Krickenten, Reiherenten und Tafelenten beobachtet werden. Wasservögel werden seit über 50 Jahren in Deutschland regelmäßig im Winterhalbjahr gezählt. Mehr Informationen darüber gibt es auf der Webseite des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (klicken).

Wat- und Schnepfenvögel sind fast alle Arten schon im Winterquartier, das meist in Afrika liegt. Einzelne Arten dieser Limikolen wie z.B. die Bekassine oder die zwergschnepfe sind auch im Spätherbst/Winter in Mitteleuropa zu sehen.