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Heimische Vögel – Vogelstimmen lernen

Vogelstimmen lernen Kohlmeise
Foto: Jürgen Hauck

Vogelstimmen lernen und dadurch heimische Vögel bestimmen – Geht das? Ja das geht. Aber um es gleich vorweg zu sagen, Sie müssen mehrmals und am besten mit erfahrenen Ornithologen draußen Vogelstimmen hören und sich erklären lassen.  Ein tolles Set aus 2 DVD und Buch mit 220 Vogelstimmen gibt es hier (KLICK). Im Frühjahr bis in den Frühsommer werden sicherlich auch in der Nähe ihres Wohnortes Vogelstimmen-Wanderungen durchgeführt. Meist organisieren das Vereine, die Teilnahme ist oft kostenlos, eine kleine Spende willkommen. Gerne gehen die Ornithologen durch Parks, Auen oder andere recht abwechslungsreiche Landschaften. Mit genug Ausdauer und Wegstrecke können bis zu 60 Vogelarten gehört oder gesehen werden. Vogelstimmen  lernen am Anfang nicht leicht. Besonders in den frühen Morgenstunden lohnt sich ein Gang in die Natur.

Gesangsaktivität – Vogelstimmen lernen

Die Gesangsaktivität der heimischen Singvögel lässt im Laufe des Vormittags nach und nimmt aber gegen Abend noch einmal zu. Am frühen Morgen singen die Drosselartigen, wie Amsel, Rotkehlchen, Singdrossel und Misteldrossel. Dann kommen immer mehr Arten hinzu, je nach Landschaft in der sie sich bewegen. Jede Vogelart hat ihren Gesang angepasst, so singen manche kleinen Vögel, wie der Zaunkönig erstaunlich laut. Andere wie die Goldhähnchen singen sehr leise. Sogenannte Doppelgängerarten wie Sumpf- und Weidenmeise sind wiederum nur am Gesang gut zu unterscheiden. Die Kohlmeise (siehe Bild) singt eher „stümperhaft“. Vogelstimmen spielen eine wichtige Rolle bei der systematischen Vogelerfassung, auch Monitoring oder Kartierung genannt. Die Kartierer müssen die Vögel nicht sehen, der Gesang reicht um ein Revier einer Vogelart abzugrenzen. Ich habe heute am frühen Morgen eine Kartierung im Rahmen des Monitoring häufiger Brutvogelarten (MhB) auf einer Probefläche bei Bad Lobenstein durchgeführt. Das MhB ist eine wichtige Methode zur Erfassung der Bestandsentwicklung heimischer Vögel. Wer mehr darüber erfahren will, schreibe mir per Email.

Gimpel, Grünspecht und Wacholderdrosseln

Ein Mittagsspaziergang am Ortsrand von Bad Lobenstein bei sonnigem Wetter um die 10 Grad brachte unerwartet viele Vogelarten.  Im Bild ist ein Gimpel (Pyrrhula pyrrhula), ein Männchen zu sehen. In einem Garten wurden mindestens 10 der hübschen Vögel beobachtet.

Gimpel
Gimpel – Foto: Jürgen Hauck

Die Vögel, es waren auch mehrere Weibchen dabei, saßen in Ebereschen und suchten nach Nahrung. Im Baum saßen auch zwei Wacholderdrosseln (Turdus pilaris). Ein rufender Buntspecht (Dendrocopus major), sowie einige Kohlmeisen (Parus major) trugen zur Vogelvielfalt bei. Unter einer Weide suchte ein Grünspecht (Picus viridis) nach Nahrung, unsere beiden „grünen Spechte“ bewegen sich oft in Bodennähe.  Der Grauspecht  (Picus canus) ist in der Region um Bad Lobenstein deutlich seltener. Feldsperlinge (Passer montanus) und Blaumeisen (Parus caeruleus) versteckten sich in einer Ligusterhecke, vielleicht war ein Sperber (Accipiter nisus) in der Nähe. Im Winter halten sich diese Vogeljäger oft in der Nähe oder inmitten von Ortschaften auf. Eine Elster (Pica pica) auf einem Dachfirst rundete das Bild ab.

Im Fichtenwald

Am 15.11.2015 unternahmen 17 interessierte Rehabilitanten der Median Klinik Bad Lobenstein eine Rundwanderung mit mir im südlichen und südwestlichen Gebiet der Klinik. Die Wegstrecke ist von Fichtenforsten dominiert, etwas Abwechslung bringen einzelne eingestreute Buchen und einige kleinflächige junge Waldbestände mit geringem Laubholzanteil.

Amsel Männchen
Amsel Männchen – Foto: Jürgen Hauck

Die Beobachtung heimischer Vögel stand nicht im Vordergrund und war durch den stürmischen Wind und das teils nasskalte Wetter erschwert. An Vogelarten wurden nur Kohlmeise (Parus major), Blaumeise (Parus caeruleus) und Amsel (Turdus merula) registriert. Erstaunliche viele Pilze säumten den Weg und viele Flechten waren auffällig.
Beim durchqueren des Hakengrundes fiel der geringe Wasserstand des Hakenbaches auf und der Fund von Brunnenkresse erfreute die Teilnehmer. Auf Grund der Beobachtungsumstände blieb es bei der Aufzählung typischer Waldvogelarten und
deren Lebensraumansprüche.