Archiv der Kategorie: Nichtsingvögel

Sperber an der Vogelfütterung

Ein Sperber Männchen
Sperber – Männchen Foto: Thomas Roth

Sperber (Accipiter nisus) sind gewandte Vogeljäger mit relativ kurzen runden Flügeln und dafür einem längerem Schwanz. Dadurch können sie schnelle Wendungen fliegen und vor allem Kleinvögel jagen. Im Winterhalbjahr nutzen sie als reich gedeckten Tisch oft Futterstellen für Vögel  in Ortschaf-ten. Die weiter nördlich vorkommenden Tiere  sind meist Zugvögel und tauchen dann auch bei uns auf. Dies belegen vor allem Ringfunde.

Man kann es dem kleinen Greif nicht verübeln, dass er dann gut von Meisen, Finken und Amseln besuchte Futterstellen zur Jagd nutzt. Leider verunglücken auch einige dieser zur Familie der Habichtartigen (Accipitridae) gehörenden Vögel bei ihren oft tollkühnen Kleinvogelverfolgungen Die Habichtartigen sind mit etwa 50 Arten weltweit die artenreichste Familie der Greifvögel.

Sperber oder Habicht

Das Sperber-Männchen (siehe Bild) ist deutlich kleiner als das Weibchen (dies ist bei fast allen Greifvögeln so).  Im Alterskleid ist es mit der orange gebänderten („gesperberten“) Brust unverkennbar.  Da sich Habicht und Sperber ähneln ist eine Unterscheidung manchmal nicht möglich. Das Sperber-Weibchen ist fast so groß wie das Habicht-Männchen. Bei vorbei- oder überfliegenden Vögeln in weiter Entfernung ist die Bestimmung oft nicht möglich. Sitzen die Tiere und man kann sie in Ruhe beobachten, sollte es möglich sein, sie auf Art- und evt. Geschlechts-Niveau zu bestimmen.

Ein Sperber Männchen wiegt im Schnitt nur etwa 150g und damit etwa anderthalb mal so viel wie eine Amsel. Vögel bis zu dieser Größe werden als Nahrung bevorzugt. Weibliche Individuen erbeuten gelegentlich auch größere Vögel, wie z.B. Eichelhäher. Der Brutbestand des kleinen Greifvogels ist noch stabil. Weitere ausführliche allgemein zugängliche Informationen gibt es hier (KLICK).

Beim nächsten Winterspaziergang lohnt es sich deshalb allemal die Futterstellen und Vogelfütterungen zu inspizieren. Neben zahlreichen Singvogelarten kann man diese hübschen Jäger mit etwas Glück entdecken und bei der Jagd beobachten. Ein Portal um seine Zufallsbeobachtungen für die Forschung zur Verfügung zu stellen ist Ornitho.de.

Gänsesäger – typische Wintervögel

Am 25.12.2015 blühen an der Oberen Saale Forsythien, auch Garten-Forsythie, Goldflieder oder Goldglöckchen genannt! Dieser Zierstrauch blüht normalerweise im zeitigen Frühjahr. Wie in den letzten Beiträgen berichtet, ist es also immer noch deutlich zu warm für die Jahreszeit. Der blühende Strauch wurde bei einem Spaziergang in Hirschberg gesehen. Einige hundert Meter weiter, an der Saale, flog zu meiner großen Überraschung eine Fledermaus über dem Wasser, offensichtlich Insekten jagend. Das Tier war nicht bis auf Artniveau bestimmbar.
Vögel machten sich recht rar, 7 Gänsesäger (Mergus merganser) entschädigten allerdings. Es konnten 6 Männchen und 3 Weibchen gesehen werden. Gänsesäger kommen im Gebiet der Oberen Saale im Winterhalbjahr regelmäßig vor. Wie bei meiner Beobachtung überwiegen meist männliche Vögel. Außerdem waren noch einige Stockenten (Anas
platyrhynchos) auf dem Wasser zu sehen.

Auf der Suche nach der Tundrasaatgans

Ein ruhiger Herbstnachmittag, es sind immerhin 11°C animiert zu einem Spaziergang rund um den Oberlemnitzer Teich.
Auf dem Hinweg halten wir an der Stelle, wo seit einigen Tagen eine Tundrasaatgans (Anser serrirostris) auf einem Feld sitzt. Saatgänse bzw. alle sogenannten Grauen Gänse sind in unserem Beobachtungsgebiet eher selten zu beobachten.
Meist werden die im Herbst überfliegenden Gänse nur als „Graue Gänse“ bestimmt.
Warum der Vogel nicht weiterzieht ist unklar, vielleicht wartet er auf überfliegende Artgenossen um sich ihnen anzuschließen.
Aber, Fehlanzeige, die Gans ist nicht zu sehen.
Am Teich angekommen machen überfliegende Dohlen (Corvus monedula) mit ihren „kjak“ Rufen auf sich aufmerksam. In einem Apfelbaum tun sich Stare (Sturnus vulgaris), Amseln (Turdus merula) und Wacholderdrosseln (Turdus pilaris) an den roten hängengebliebenen Früchten gütlich.
Plötzlich fliegt vom Gewässserrand die Tundrasaatgans auf, Richtung Oberlemnitz. Sie ist offensichtlich unverletzt, wie anfangs vermutet.
In den Gebüschen am Teich sind Gimpel (Pyrrhula pyrrhula), Grünfinken (Carduelis chloris) und eine Amsel zu sehen. Eine Blaumeise (Parus caeruleus) ist nur zu hören. Aus dem nahegelegenen Fichtenwald dringt das „kik“ eines Buntspechtes (Dendrocopus major) und Rufe vom Kolkraben (Corvus corax) sind nicht zu überhören.

Tundrasaatgans
Tundrasaatgans – Foto: Frank Radon

Auf dem Rückweg ein kurzer Halt am Feld, siehe da die Tundrasaatgans sitzt im Gras, nur der Kopf ist zu sehen. Einige Rabenkrähen (Corvus corone corone) und Elstern (Pica pica) die am Wegrand sitzen runden das Bild ab.
Festzustellen ist, dass auch ein kurzer Ausflug in die Natur seine Reize hat.