Vögel im Garten

Natürlich kann nicht genau gesagt werden welche Vögel im Garten vorkommen. Das richtet sich nach Lage, Größe und vor allem nach der Naturnähe des Gartens. Aber selbst ein innerstädtischer Garten mit ausreichend Rückzugsraum der nicht steril und aufgeräumt ist, genügt um bis zu 40 Vogelarten im Jahresverlauf zu sehen. Einige der häufigen Vögel im Garten möchte ich kurz vorstellen.

Vögel im Garten – Amsel bis Dohle

Die Amsel (Turdus merula) kennt fast jeder. Bei Deutschlands häufigster Vogelart hat das Männchen ein komplett  schwarzes Gefieder und einen gelben/orangen Schnabel. Die Weibchen und Jungvögel sind dagegen eher bräunlich gefärbt. Amseln kommen „überall“ vor und gehören zu den melodiös singenden Vogelarten.

Die Bachstelze (Mocatilla alba) ist nicht unbedingt an den Lebensraum Wasser gebunden, sie brütet gerne in versteckten Mauernischen, Höhlungen oder eigens für sie aufgehängten Nistkästen. Deshalb ist sie auch ein Gartenvogel im weiteren Sinne.

Blaumeisen (Parus caeruleus) haben ein keckes Aussehen und wirken wie kleine freche Vögel. Die kleinere Schwester der Kohlmeise (Parus major) siedelt sich gerne in Gärten an. Wenn geeignete Höhlen, z.B. in alten Bäumen fehlen nimmt sie auch gerne Nistkästen an. Optimal ist ein Durchmesser des Einflugloches von 26 bis 28mm damit stärkere und größere Konkurrenten nicht einfliegen können.

Der Buchfink (Fringilla coelebs) ist unser häufigster einheimischer Fink. Die Männchen tragen ihren Gesang oft schon Ende Februar vor. Der Gesang wird im Volksmund auch Finkenschlag genannt. Beim Buchfink sind die Männchen lebhafter und bunter gefärbt als die Weibchen. Der Buchfink ist ein typischer Waldvogel kommt aber auch in den „grünen Bereichen“ unserer Ortschaften vor.

Der Buntspecht (Dendrocopus major) hat etwa die Größe einer Amsel und ist die häufigste heimische Spechtart. Das Federkleid besteht im Prinzip aus den Farben schwarz, weiß und rot. Im Gegensatz zum weibchen hat das Männchen einen roten Nackenfleck. Trommelnde Buntspechte sind vor allem im März zu hören, die Vögel besuchen gerne Vogelfütterungen.

Gehört die Dohle (Corvus monedula) zu den Gartenvögeln? In ländlichen Gebieten kommt sie nicht nicht so häufig in Gärten wie im städtischen Bereich. Die Dohle benötigt vor allem ausreichend Grünflächen zur Nahrungssuche, ihre Hauptnahrung sind Insekten und Regenwürmer.

Vögel im Garten - Eichelhäher mit Nuss
Eichelhäher – der Waldgärtner, Foto: Pixabay-Oldiefan

Vögel im Garten – Eichelhäher bis Fitis

Auch Eichelhäher (Garrulus glandarius) kommen in unsere Gärten. Meist bewegen sich die schönen bunten einheimischen Vögel vorsichtig in Richtung Futterstelle oder durchsuchen den Garten nach Fressbarem. Eichelhäher legen gerne Wintervorräte an, wie der Name des Vogels sagt bevorzugt Früchte der Eiche. Da die Vögel meist nicht alle der Baumfrüchte wieder finden, könnte man ihn auch als Gärtner des Waldes bezeichnen, denn aus einigen Samen wächst eine neue Baumgeneration heran.

Einer der eher unbeliebten Gartenvögel ist die Elster (Pica pica), aber auch sie gehört ins Ökosystem. Die Elster frisst sicherlich auch Kleinvögel, deren Anteil an der Nahrung kann bis zu 20% ausmachen. Trotzdem kommt es in der Umgebung der Elster-Reviere oft zu hohen Brutdichten der häufigen einheimischen Singvögel, wie Amsel, Buchfink und Kohlmeise. Diese Arten gleichen die Verluste durch mehrere Jahresbruten oder hohe Jungenzahlen aus. In unserer ausgeräumten Agrarlandschaft findet die Elster kaum noch Brutmöglichkeiten und so ist das Ausweichen in nahrungsreiche Parks, Gärten und Ortschaften die logische Folge.

Der Feldsperling (Passer montanus) ist im ländlichen Raum in Gärten zu finden. Er sucht gerne in Obstgärten, den selten gewordenen Streuobstbeständen, an Waldrändern oder in feldhecken nach Nahrung. Ein schwarzer Wangenfleck unterscheidet ihn immer vom Haussperling. Feldsperlinge sind Höhlenbrüter und auf eine strukturreiche Landschaft angewiesen. Das Aufhängen von Nistkästen kann den Bestand stützen, diese werden gerne angenommen.

Der Fitis (Phylloscopus trochilus) ist nicht gerade ein typischer Gartenvogel, er liebt unterholzreiche Laubwälder, Fluß- oder Bachauen und weiträumige Parks. Dennoch kann der Fitislaubsänger im Garten beobachtet werden, vor allem zur Zugzeit der heimischen Vögel im Frühjahr oder Herbst. Für viele Beobachter gibt es zum Leidwesen eine Doppelgänger-Vogelart – den Zilpzalp oder Weidenlaubsänger. Lassen sich die Arten am Gesang recht gut unterscheiden, so sind vor allem Jungvögel im Herbst nicht so einfach zu unterscheiden.

Vögel im Garten – Gartenbaumläufer bis Gartenrotschwanz

Der Gartenbaumläufer  (Certhia brachydactyla) kommt in Gärten vor, die alte Bäume oder gar eine Streuobstwiese beinhalten. Er benötigt zur Futtersuche grobrindige Bäume, hier sucht er in spiralförmigen Bewegungen stammaufwärts nach Nahrung. Sein gebogener Schnabel ermöglicht das Auffinden von Käfern, Spinnen und anderen kleinen
Insekten. Der braun gefleckte Vogel mit heller Unterseite fällt kaum auf. Sein Gesang besteht aus einer Strophe mit hohen Pfeiftönen die ihn vom Waldbaumläufer unterscheidet. Zur Nestanlage benötigt die heimische Vogelart spaltenförmige Plätze, wie z.B. hinter abstehender Rinde an Bäumen oder im Garten auch manchmal an Schuppen hinter der Außenverkleidung oder ähnlichem.

Der Name der Gartengrasmücke (Sylvia borin) irritiert ein wenig, denn sie ist weitaus seltener in Gärten zu finden als die häufigere Mönchsgrasmücke. Die Gartengrasmücke bevorzugt eher gebüschreiche Strukturen (Waldränder, Hecken, Feldgehölze). Unscheinbar graubraun gefärbt ohne weitere besondere Kennzeichen – aber mit einem schönen Gesang – so kann man diese Vogelart kurz beschreiben. Im Sommer ernährt sich die Gartengrasmücke hauptsächlich von Insekten, im Herbst werden auch verschiedene Beerenarten, z.B. von Holunder gerne gefressen. Gartengrasmücken überwintern in Afrika und sind von April bis September im Brutgebiet anzutreffen.

Das Männchen des Gartenrotschwanzes  (Phoenicurus phoenicurus) gehört sicherlich zu den am schönsten gefärbten heimischen Vögeln und ist unverwechselbar. Das Weibchen ist schlichter gefärbt und kann mit dem verwandten Hausrotschwanz verwechselt werden. Bevorzugter Lebensraum sind Parks, Friedhöfe, höhlenreiche laubwälder mit Altholz oder besonders naturnahe Gärten. Ist im Garten kein Höhlenbaum vorhanden kann dem Vogel eine Nisthilfe angeboten werden. Ovale Fluglöche mit ausreichender Größe haben sich für die erfolgreiche Ansiedlung bewährt (Tipps für Halbhöhlen). Gartenrotschwänze sind Insektenfresser und überwintern wie die vorgenannte Gartengrasmücke südlich der Sahara. Demzufolge sind sie auch nur „kurz“ im Brutgebiet zu beobachten.

Vögel im Garten – Gimpel und Girlitz

Vögel im Garten - Gimpel

Gimpel Männchen, Foto: Jürgen Hauck

Der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula) wird im Garten meist nur im Winterhalbjahr am Vogelhaus oder der Vogelfütterung beobachtet. Zur Brutzeit sind die Vögel sehr unauffällig, die Brutreviere liegen oft an Waldrändern in Fichtenschonungen. Der große markante Schnabel und die schwarze Kopfplatte sind bei beiden Geschlechtern auffällig. Das Männchen hat eine leuchtend rote Brust (siehe Foto), das Weibchen ist blasser gefärbt. Im Gegensatz zu anderen Finkenvögeln erscheint  der Gimpel kompakter und kräftiger. Im Frühjahr und Sommer ernähren sich die zu den Finkenvögeln gehörenden Gimpel von Knospen, Beeren und Sämereien, im Winterhalbjahr auch von Körnern.

Ein kleiner grünlich-gelber Finkenvogel auf einer Leitung oder Nadelbaumspitze in Ortsnähe oder im Ort ist meist ein Girlitz (Serinus serinus). Ertönt noch sein charakteristischer Gesang ist die Art unverwechselbar. Der Girlitz ist mit dem Kanarienvogel verwandt, wer ihn durch das Fernglas beobachtet wird das bestätigen. Außerhalb von Ortschaften bevorzugt er strukturreiche Landschaften mit lockerem Baumbestand. Bis vor etwa 200 jahren war der Girlitz nur im Mittelmeergebiet verbreitet, heute hat die heimische Vogelart ihr Brutgebiet deutlich nach Norden ausgeweitet (bis nach Nordeuropa).

Vögel im Garten – Goldammer bis Grünfink

Die Goldammer (Emberiza citrinella) ist ein Vogel der Offenlandschaft und bevorzugt hier heckenreiche Saumstrukturen an Wald- oder Wegrändern. Innerhalb des Waldes ist sie kaum anzutreffen, es sei denn auf Jungwuchsflächen oder großen Lichtungen. Auch für den normalen Garten ist sie nicht typisch. Singende Goldammer-Männchen sitzen meist exponiert, den Gesang kann man mit einem langgezogenem zizizi däääh beschreiben. Im Exkursionsbuch zum Studium der Vogelstimmen gibt es darüber Interessantes zu lesen. Die Goldammer frisst im Sommerhalbjahr Insekten und Sämereien, im Winterhalbjahr auch Körner. Sie nimmt die Nahrung bevorzugt am Boden auf.

Der Grauschnäpper (Muscicapa striata), auch grauer Fliegenschnäpper genannt, bevorzugt als Lebensraum alte Bäume in Parks oder Gärten. Hier kann er am besten nach Insekten jagen. Meist starten die Vögel mit geschickten Flugbewegungen von einem Ast aus und erbeuten im Jagdflug Insekten. Manchmal rütteln die Vögel und stürzen sich auf ihre Beute. Der Grauschnäpper ist recht eintönig graubraun-weiß gestrichelt und brütet gerne in Baumhöhlen, Mauerlöchern oder auch Nistkästen. Die Rufe und der Gesang sind recht leise und am ehesten mit einem eintönigen „sri“ zu beschreiben.

Der Grünfink (Carduelis chloris) ist den meisten Menschen sicherlich vom Besuch am Futterhaus oder der Vogelfütterung bekannt. Hier ist die Art oft dominant gegenüber anderen Vogelarten. Zur Brutzeit können die Vögel in Gärten am Dorfrand auftauchen. Neben Brutplätzen in Hecken und Gebüschen besiedelt der Grünfink auch urbane Bereiche. Mauern oder Wände mit Kletterpflanzen werden als Nistplatz angenommen wenn ausreichend Deckung vorhanden ist. Der grünliche Vogel hat an Schwanz und Flügeln ein paar gelbe Federn. Beim Männchen sind diese ausgeprägter als beim Weibchen. Im Sommer fressen Grünfinken gerne pflanzliche Nahrung, die Jungen werden mit einem Brei aus Pflanzen gefüttert. Im Winter werden gerne Sämereien oder Früchte und Beeren gefressen.

Vögel im Garten – Hausrotschwanz bis Heckenbraunelle

Der gequetscht klingende Gesang des Hausrotschwanzes (Phoenicurus ochruros) ertönt schon im März. Die Vögel kommem recht zeitig aus ihren Winterquartieren zurück. Schon am frühen Morgen kann man die männlichen Hausrotschwänze singend auf Hausdächern beobachten. Man kennt die Art meist aus Ortschaften, große zusammenhängende Waldgebiete werden gemieden. Früher war der Vogel ein Gebirgs- und Felsbrüter. Er ist dem Menschen mehr oder weniger gefolgt. Bei der Brutplatzwahl ist die Art sehr variabel, es muss aber eine Höhle oder Halbhöhle sein.
Kennzeichnend für beide Geschlechter ist der rostrote Schwanz, das Männchen ist viel dunkler gefärbt als das Weibchen. Der Hausrotschwanz ist ein Insektenfresser der im Herbst auch Früchte und Beeren, z.B. Holunder nicht verschmäht.

Der Haussperling  (Passer domesticus) ist der „allbekannte“ Spatz schlechthin. Das grau-braun-schwarz gefärbte Männchen ist unverkennbar. Das Weibchen ist schlichter gefärbt. Viele Menschen bewundern seine Anpassungsfähigkeit und ärgern sich vielleicht auch einmal wenn er im Cafe fast auf dem Tellerrand sitzt. Der anpassungsfähige Spatz geht dennoch im Bestand zurück, alle Ursachen hierfür sind noch nicht ermittelt. Der Gesang des Haussperlings ist kaum als solcher zu bezeichen, es werden einfache „tschilp“ Rufe aneinander gereiht. Mit einem naturnahen Garten kann man den Sperlingen helfen Nahrung für die Jungen zu finden. Wer noch mehr tun möchte kann Nisthilfen anbieten (Klick).

Die Heckenbraunelle (Prunella modularis), wegen ihres häufigen Vorkommens auch Sperling des Waldes genannt, wird oft übersehen. Lebensräume sind Wälder mit Unterholz aller Art, gelegentlich ist sie auch in Gärten und Parks zu finden. Der Gesang erklingt schon im März und April und wird von einer erhöhten Sitzwarte vorgetragen. Die Grundfärbung der Heckenbraunelle ist graubraun gestrichelt, der Vogel ist im Wald dadurch gut getarnt. Am Boden nahrungssuchend nimmt die Heckenbraunelle Würmer, Schnecken und Sämereien auf. Das Gelege besteht aus 4-5 Eiern die einen blauen Grundton haben. Das mit viel Mooos gebaute Nest befindet sich gut versteckt in Koniferen.

Vögel im Garten – Klappergrasmücke bis Kohlmeise

Die Klappergrasmücke (Sylvia curruca) oder Zaungrasmücke heißt im Volksmund auch „Müllerchen“, da ihr klappernder Gesang an ein Mühlrad erinnert. Einst häufig, gehört die Art jetzt zu den seltenen im Garten brütenden Vögeln. Die besten Voraussetzungen sind gegeben, wenn der Garten naturnah gestaltet ist. Die beiden Geschlechter sind äußerlich nicht zu unterscheiden, die Oberseite der Klappergrasmücke ist graubraun, die Unterseite
heller, am Kopf ist der Vogel grau. Wie alle Grasmücken ernährt sie sich hauptsächlich von Insekten. Das Überwinterungsgebiet liegt nach bisherigen Erkenntnissen in Ostafrika. Ringfundnachweise stammen meist aus dem Sudan und Äthiopien.

Vögel im Garten - Kleiber

Kleiber, Foto: Jürgen Hauck

Wenn ein kleiner kompakter Vogel einen Ast oder Baum kopfüber hinunter läuft dann kann es nur ein Kleiber (Sitta europaea) sein. Der oberseits blaugrau und unterseits orangebraun gefärbte Vogel sucht dabei Ritzen am Stamm nach Insekten ab. Weitere Kennzeichen des Kleibers sind der kurze Schwanz und ein schwarzer Augenstreif. Der Kleiber ist ein Höhlenbrüter der die Einflugöffnung seiner Bruthöhle mit Lehm zukleistert. Zu Nestauspolsterung werden ausschließlich Rindenstückchen verwendet. Wie allen höhlenbrütenden Singvögeln kann dem Kleiber durch Anbringen von Nistkästen geholfen werden. Der Insektenfresser kommt im Winter regelmäßig an das Futterhaus und frisst dann auch Sämereien und Nüsse.

Die Kohlmeise (Parus major),  manchmal wegen ihres schwarzen Bauches auch Schwarzmeise genannt, ist sicherlich die bekannteste Meisenart in Deutschland. Sie ist anpassungsfähig und meist nicht menschenscheu. Die vielfältige Stimme und das gelb-schwarz-grünliche machen sie praktisch unverwechselbar. Im Garten ist sie durch das Anbringen von Nistkästen leicht anzusiedeln. Die vielen Jungvögel einer Kohlmeisenbrut haben einen hohen Nahrungsbedarf. Da die Nahrung aus Insekten, Raupen, Spinnen und Blattläusen besteht und die Jungen in sehr kurzen Abständen gefüttert werden, leisten die Kohlmeisen einen hohen Beitrag zur Schädlingsbekämpfung ohne die chemische Keule im Garten. Im Winterhalbjahr ist die Art auch häufig an Vogelfütterungen zu beobachten.

Vögel im Garten – Mauersegler bis Mönchsgrasmücke

Rasante, laut srih rufende schmalflügelige Vögel am Himmel, das sind Mauersegler (Apus apus). Ein Gartenvogel ist er nicht wirklich, aber die Art brütet derzeit fast ausschliesslich in menschlichen Siedlungen. Einige wenige Vögel brüten in Deutschland noch in Wäldern, mit alten Laubbäumen. Mauersegler sind bei der Brutplatzwahl anpassungsfähig, nehmen auch Nisthilfen an. Die Erstbesiedlung lässt manchmal lange auf sich warten, aber danach sind die Vögel sehr standorttreu und brüten oft mehrere Jahre am selben Platz. Diese Treue wird den Mauerseglern aber immer mehr zum Verhängnis weil bei der Wohnraumsanierung oder beim Abriss alter Bauten die Brutplätze vernichtet werden. Das Verständnis für die Ersatzanbringung von Nisthilfen ist in weiten Teilen der Bevölkerung nicht immer vorhanden. Mauersegler verbringen ihr Leben fast ausschließlich in der Luft! Schlafen, Nahrung suchen, Wasser trinken und sogar die Paarung finden im Flug statt.

Schwalben sind Glücksbringer, haben aber zunehmend Schwierigkeiten Nistplätze zu finden. Gerade die Mehlschwalbe (Delichon urbica) mit bevorzugt außen an Gebäuden errichteten Nestern wird vielerorts nicht mehr als solcher gesehen, leider. Natürlich machen die Vögel „Dreck“ in der Brutzeit und wenn sie kolonieartig brüten erst recht. Aber hier sollte lieber versucht werden geeignete Schutzmaßnahmen zu finden als Nester zu zerstören. Vor allem größere Wohnungsverwalter sind hier in der Pflicht! Die Mehlschwalbe hat eine dunkle Oberseite, eine rein weiße Unterseite und einen weißen Bürzel. Der Schwanz ist tief eingekerbt und im Gegensatz zur Rauchschwalbe hat sie keine langen Schwanzspieße. Fliegend nahrungsuchend erbeuten die Vögel Insekten, bevorzugt über Wasserflächen. Sollten Sie die Möglichkeit haben, helfen sie der Mehlschwalbe durch das Anbringen von Nisthilfen.

Einer der häufigen Brutvögel, auch in Gärten, ist die Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla). Die Art fällt zuerst durch den recht lauten schön klingenden Gesang auf. Bekommt man die Art zu Gesicht sieht man entweder ein Männchen mit schwarzer Kopfplatte oder Weibchen bzw. Jungvögel mit rotbrauner Kopfplatte. Die art liebt unterwuchsreiche Wälder, Parks und Gärten mit dichten Gebüschen. Sie besiedelt ähnlich wie Amsel, Buchfink, Spatz und Kohlmeise mittlerweile auch die Zentren unserer Dörfer und Städte. Im Sommer meist Insekten und deren Larven fressend, geht sie im Herbst auf Beerensuche. Geben Sie im Garten Sträuchern wie Holunder, Hartriegel oder Heckenkirsche eine Chance, tun Sie also auch Gutes für den Mönch wie die Art in Ornithologenkreisen abgekürzt wird. Die Mönchsgrasmücke hat sich in den letzten Jahrzehnten an veränderte Umweltbedingungen angepasst, der Anteil der überwinternden Vögel in Mitteleuropa nimmt stetig zu, die gefahrvollen Zugwege verkürzen sich. Deshalb nimmt die Art erfreulicherweise in einigen Gebieten Deutschlands zu.

Vögel im Garten – Rabenkrähe bis Ringeltaube

In Städten und Dörfern ist die Rabenkrähe  (Corvus corone) zwar nicht so häufig anzutreffen, aber manchmal sucht sie in Parks oder Gärten nach Nahrung. Zu Unrecht als Todes- oder Galgenvogel verfolgt, auch heute noch, obwohl die Art geschützt ist. Im Frühjahr sind meist verpaarte Rabenkrähen zu sehen, nicht brütende Vögel können aber auch schwarmweise beobachtet werden. In Deutschland kommt östlich der Elbe die Nebelkrähe vor, diese hat etwa 50% graue Gefiederpartien. Rabenkrähen haben ein sehr breites Nahrungsspektrum, fressen aber am liebsten Larven von Insekten, Schnecken und andere Kleintiere. Pflanzliche Nahrung wird ebenfalls gerne genommen. In Städten und deren Peripherie frisst sie auch Abfälle, Küchenreste und ist deshalb auf Müllkippen häufig anzutreffen. Hier ist sie oft mit anderen Rabenvögeln vergesellschaftet. Die natürliche Verhaltensweise auch andere Eier oder Jungvögel zu fressen hat ihr einen schlechten Ruf eingebracht. Neueste Studien zeigen, dass ihr Einfluss auf die Vogelbestände überschätzt wurde.

Geschickte Flieger mit Schwanzspießen und ebenso geschickte Nestbauer sind Rauchschwalben (Hirundo rustica)  zweifelsohne. Für einen Insektenjäger ist das gute Flugvermögen auch notwendig. Das kunstvoll aus Lehm mit eingestreuten Halmen gebaute Nest wird im Inneren von Gebäuden oder an Balken, Vorsprüngen oder Wänden errichtet.  Sehr gerne brütet sie in Viehställen und jagt dort auch nach Nahrung. Wie bei der Mehlschwalbe ausgeführt werden Brutmöglichkeiten immer rarer. Brutgebäude bleiben verschlossen oder werden abgerissen. Abnehmende Bestände begründen sich auch im Pestizideinsatz in der Agrarlandschaft und damit einher gehenden Insektenverlusten. Auch geeignetes Baumaterial ist in den Dörfern immer weniger vorhanden, der fortschreitenden Versiegelung von Wegen und Plätzen sei „Dank“. Wer eine Brutmögichkeit anbeiten kann, auch in Form einer künstlichen Nisthilfe sollte das unbedingt tun! Empfehlungen für Nisthilfen gibt es hier (Klick).

Die Ringeltaube (Columba palumbus) , noch vor 50 Jahren ein reiner Waldvogel, hat sich zum Kulturfolger entwickelt und brütet mittlerweile in vielen Städtrn, Dörfern und damit auch Gärten. Ihre Scheu vor dem Menschen hast sie dabei oft völlig verloren. In Grünanlagen, Parks und Friedhöfen kann man den Reviergesang von Februar bis Juli hören. Das typische Gurren und der wellenförmige Balzflug des Männchens sind unverwechselbar. Als ursprünglicher Wald- bzw. Baumbrüter finden neuerdings auch viele Bruten an Gebäuden statt. Das Nest ist im Verhältnis zum Vogel eher klein und besteht aus dünnen Ästen und Zweigen. Es wirkt eher liederlich gebaut. Ringeltauben bevorzugen pflanzliche Nahrung, wie zum Beispiel Getreide oder Mais.

Vögel im Garten – Rotkehlchen bis Schwanzmeise

Einer der ersten gefiederten Sänger am Morgen ist das Rotkehlchen (Erithacus rubecula). Neben dem Gesang ist auch oft ein „tickern“ zu hören. Die orange-rote Kehle und der bräunliche Rücken kombiniert mit den großen Augen machen die Art optisch unverwechselbar. Immer aufgeregt wirkend, hüpft das Rotkehlchen gerne auf dem Boden umher. Hier hält es sich auch bevorzugt zur Nahrungssuche auf. Dabei wird allerlei Kleingetier aufgenommen. Das Rotkehlchen liebt deckungsreiche Gärten, Gebüsche, Wälder oder Parks. Das Nest wird bodennah errichtet und ist gut versteckt. Manchmal werden auch Nischen in Mauern oder Wurzeltellern umgefallener Bäume zur Nestanlage genutzt. Statt zu versuchen dem Rotkehlchen Nisthilfen anzubieten, sollte in jedem Garten ein Stück Wildnis erhalten bleiben. Das hilft auch anderen wildlebenden Pflanzen und Tieren weiter!

Vor allem junge Saatkrähen (Corvus frugilegus) kann man mit der verwandten Rabenkrähe verwechseln. Alte Saatkrähen dagegen haben einen unbefiederten grauen Schnabelansatz, der Schnabel ist auch schlanker und spitzer als bei der Rabenkrähe. Saatkrähen sind Koloniebrüter und vor allem im Winter auch häufig inmitten von Städten anzutreffen. Die Art ist nicht immer beliebt, Lärm und Schmutz den die Vögel in der Brutkolonie durchaus machen, sind nicht jedermanns Sache. Dabei ist die Art eigentlich nützlich, da Insekten und Schnecken zu ihrer Hauptnahrung zählen, die gerne auf Feldern und Wiesen gesucht werden. Die weiter voranschreitende Intensivierung der Flächennutzung zwingen die Saatkrähe zur Umstellung der Nahrungssuche. Deshalb stehen jetzt auch Feldfrüchte und Saatgut auf dem Speisezettel. Zum Ärger mancher Landwirte – das Problem ist allerdings selbst gemacht.

Die unverwechselbare Schwanzmeise (Aegithalus caudatus), wie der Name schon sagt ist der Schwanz mit etwa 9cm länger als der eigentliche Körper, ist ein geschickter Nestbauer. Das weiche Moosnest wird mit Fasern und Federn verstärkt und ist sehr gut getarnt. Das Nest ist gut verankert und wird bevorzugt in Laubwäldern mit feuchtem bis frischem Untergrund gebaut. Ab dem Spätsommer kann man Schwanzmeisen meist in Familientrupps umherstreifen sehen, die Vögel kommen dann auch im urbanen Bereich, wie Gärten, Parks und Friedhöfen vor. Um Kontakt zu halten rufen die Schwanzmeisen dabei häufig. Im Winter kommen die hübschen Vögel auch an Vogelfütterungen wenn weiches Futter angeboten wird.

Vögel im Garten – Singdrossel bis Stieglitz

Die Singdrossel  (Turdus philomelos) singt fast immer von einer erhöhten Baumspitze in den frühen Morgenstunden, am Abend und auch gerne bei leichtem Regen oder Nieselwetter. Der Gesang ist mit Worten schwierig zu beschreiben, klingt abwechslungsreich, wohltönend und vielfältig. Die Singdrossel ist ein häufiger Wald-, Garten- und Parkvogel. Das innen mit Lehm oder nasser Erde verkleidete Nest ist sehr stabil und hat eine tiefe Mulde. Gehäuseschnecken sind die Hauptnahrung der Vogelart, das Gehäuse wird an einem Stein zerschlagen und dann der weiche Teil der Schnecke gefressen. Singdrosseln kommen recht zeitig im Frühjahr aus den nordafrikanischen oder südeuropäischen Winterquartieren zurück, in milden Wintern oft schon im Februar.

Der Star (Sturnus vulgaris) ist wohl für die meisten Menschen der typische Nistkasten Vogel. Er brütet gerne in der Nähe des Menschen und kann dies auch bei ausreichendem Höhlenangebot „kolonieartig“ tun. Beim Singen versuchen sich die Vögel gegenseitig zu überbieten, häufiges Flügelschlagen und das Nachahmen anderer Geräusche sind typisch für den Star. Meist werden Vogelstimmen imitiert. Im Brutkleid ist das Gefieder glänzend schwarz gesprenkelt. Im Herbst nach der Mauser wirkt das Federkleid heller getupft. Dann treten die Vögel in großen Schwärmen auf und fressen Beeren und Früchte. Dabei ziehen die Vögel dem Nahrungsangebot hinterher, so können in Weinbaugebieten bei der Fruchtreife Schwarmgrößen mit hunderttausenden Tieren enstehen. Stare übernachten gerne im Schilf, auch hier kann es beim abendlichen Einflug auf Grund der Vogelmenge zu beeindruckenden Bildern kommen. Mit einem Starkasten kann die Art sehr leicht im Garten angesiedelt werden.

Vögel im Garten

Stieglitz, Foto: Jürgen Hauck

Der Stieglitz (Carduelis carduelis), auch Distelfink genannt, ist Vogel des Jahres 2016Seine Vorliebe für Samen und im Herbst vor allem für Distelsamen hat ihm den Beinamen eingebracht. Stieglitze sind recht farbenprächtig (siehe Bild) und waren bis ins letzte Jahrhundert beliebte Käfigvögel. Stieglitze bauen ein kunstvoll gewobenes Nest in Laubbäumen, oft in Kastanie. Sie besiedeln gerne Obstgärten, ländliche Strukturen und Streuobstwiesen. Sein Kontaktruf deutet auch auf seinen Namen – stiglit oder didlit – könnte man ihn umschreiben. Der Samenfresser benötigt wie viele Finkenartige ein paar unaufgeräumte, „wilde“ Flächen mit Disteln und anderen samentragenden Hochstauden. Dazu kann jeder einen kleinen Beitrag leisten.

Vögel im Garten – Tannenmeise bis Zilpzalp

Der Name der Tannenmeise (Parus ater) deutet schon auf ihren bevorzugten Lebensraum, nämlich Nadelwälder. Sie ist eine kleine Meise, ernährt sich im Winter hauptsächlich von Fichtensamen. In den letzten Jahren fällt auf, das die Tannenmeise auch in Ortschaften vorkommt. Es werden zunehmend Vogelfütterungen besucht und vermutlich finden auch Bruten in Ortsnähe, Parks oder Gärten statt. Kennzeichnend ist der schwarze Kopf mit weißen Wangen und weißem Nackenfleck, ansonsten überwiegen im Gefieder grau-braune Töne. Der Ruf oder auch der Gesang besteht aus recht einfachen Tönen, die ich mit „widze, widze“ umschreibe. Nistkästen werden von der Tannenmeise nicht so gerne besiedelt. Sie brütet lieber in natürlichen Höhlungen, auch gerne am Stammfuß von Bäumen in Erdlöchern.

Mitte der 1950er Jahre tauchten Türkentauben (Streptopelia decaocto) erstmals in Mitteleuropa auf. Ursprünglich bewohnte sie nur Asien, Vorderasien und China. Sie ist ein typischer Bewohner (Kulturfolger) von Ortschaften mit ländlichem Charakter. Allerdings sind die Bestandsschwankungen groß, strenge Winter machen der kleinen Taube zu schaffen. Obwohl ihr Ruf auffällig ist, wird sie vermutlich oft übersehen. Als Vegetarier ernährt sich die Türkentaube von Getreide, Samen, Früchten und Pflanzenteilen. Im Gegensatz zur Turteltaube (Streptopelia turtur) hat sie am Hals nur einen schwarzen Nackenring (siehe Foto). Türkentauben brüten mehrmals im Jahr, wenn es die Witterung zulässt. Beim Brutplatz ist die Art variabel, neben Baumnestern gibt es auch Gebäudebruten.

Wenn der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) am Boden flink hin und her fliegt und hüpft, könnte man denken eine Maus huscht vorbei. Der Zaunkönig wirkt dabei immer „aufgeregt“ und „unruhig“. Länger sitzen sieht man ihn nur, wenn der Gesang in einer erstaunlichen Lautstärke präsentiert wird. Dies traut man dem braunen Winzling mit gerade mal 10g Körpergewicht so kaum zu. Neben dem lauten Gesang ist seine fleißarbeit beim Nestbau unbedingt zu erwähnen. Das Männchen baut mehrere „Rohnester“, und nur das was der Partnerin am besten gefällt wird zur Jungenaufzucht ausgebaut. Mit etwas Mut zur Wildnis im Garten können sie den Zaunkönig ansiedeln, ein Reisighaufen und etwas Gestrüpp sind hilfreich.

Der Zilpzalp (Phylloscopus collybita) ruft im Frühjahr unermüdlich seinen Namen durch ein „zilp zalp – zalp zilp“. Ein anderer gebräuchlicher Name ist auch Weidenlaubsänger. Der Zilpzalp gehört zu den häufigsten Vögeln Europas und bewohnt Wälder, Feldgehölze, Parks, Gärten und Friedhöfe. Auch im urbanen Bereich fehlt er nicht. Der Gesang unterscheidet ihn am besten vom ähnlich aussehenden Fitis (siehe dort). Der Zilpzalp ist ein Zugvogel und kommt früher aus dem Winterquartier (im März) als der Fitis zurück. Zilpzalpe sind bodennahe Brüter und profitieren wie fast alle Vögel im Garten von zugelassener Unordnung.

Vögel im Garten – Die Vielfalt ist groß. Viel Spass beim Beobachten ihrer Vögel im Garten.