Nilgans

Die Nilgans, Alopochen aegyptiaca

Die Nilgans ist ein Neozoen

Nilgans – Paar Foto: Thomas Roth

Die Nilgans gehört zur Ordnung der Gänsevögel und wird hier der Unterfamilie Halbgänse zugerechnet. Das natürliche Verbreitungsgebiet lag in fast ganz Afrika. In den extrem heißen afrikanischen Trockengebieten kam sie nicht vor. Nachdem Nilgänse im 18. Jahrhundert als Ziergeflügel in Europa gehalten wurden etablierte sich ein kleiner Bestand auf den britischen Inseln von bis zu 500 Tieren. Diese Anzahl blieb bis etwa 1970 stabil.

Seitdem vermehrt sich die Art ausgehend von den Niederlanden in Mitteleuropa rasant. Auch in Deutschland gehört sie zu den erfolgreichsten Neozoen. Ausgehend von den westlichen Bundesländern hat sie sich flächendecken etabliert.

Grafik Brutzeittrend Nilgans Trend zur Brutzeit für DeutschlandQuelle: Dachverband Deutscher Avifaunisten (2011): Bestandsentwicklung, Verbreitung und jahreszeitliches Auftreten von Brut- und Rastvögeln in Deutschland. Dachverband Deutscher Avifaunisten, www.dda-web.de/vid, aufgerufen am 19.04.2017.

Ermöglicht wird dies durch ihre hohe und schnelle Anpassungsfähigkeit, ihre große Vermehrungsrate und das besonders in der Brutzeit aggressive Verhalten gegenüber anderen Vogelarten.

Hinsichtlich der Brutplatzwahl und der Brutzeit selbst gibt es eine große Spannbreite. Die Nilgans brütet gerne in Freinestern auf Bäumen nimmt aber auch geräumige höhlenartige Nischen in Bäumen und Gebäuden als Brutplatz.

Zum Leidwesen vieler Vogel- und Naturschützer besetzt sie neuerdings für andere Vogelarten bereitgestellte Nisthilfen. Dadurch ist sie ein ernsthafter Konkurrent z.B. für den Weißstorch.

Die Nilgans ist farbenprächtig.
Nilgans – farbenprächtig Foto: Thomas Roth

Die Nilgans ernährt sich fast ausschließlich von pflanzlicher Kost und ist demzufolge oft auf Grünflächen oder Feldern zu beobachten.

Die Fortpflanzungszeit wird im afrikanischen Verbreitungsgebiet durch die Regenzeit bestimmt. In Mitteleuropa sind Bruten bzw. Brutbeginne von März bis September bekannt. Die Eizahl der Vollgelege beträgt meist 5 bis 12, das Weibchen übernimmt die Bebrütung während das Männchen in der Nähe des Brutplatzes Wache hält.

Nach der etwa 4-wöchigen Brutzeit benötigen die Jungen noch etwa zweieinhalb Monate um flügge zu werden. Die Familienverbände sind bis ins kommende Frühjahr zu sehen.

Die Geschlechter der Nilgans kann man bei genauem Hinsehen unterscheiden, besonders wenn beide nebeneinander zu sehen sind (siehe Foto oben).

Bis vor etwa 15 gab es in der Region der Oberen Saale keine Nachweise der Nilgans. Seitdem nehmen die Beobachtungen und Brutnachweise jährlich zu, die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten und sollte genau dokumentiert werden.

Nilgans im Januar Verbreitung im Januar 2000-2007.
Dargestellt ist der Mittelwert der im genannten Zeitraum im Rahmen der Wasservogelzählungen erfassten Gebiete.

Quelle: Dachverband Deutscher Avifaunisten (2011): Bestandsentwicklung, Verbreitung und jahreszeitliches Auftreten von Brut- und Rastvögeln in Deutschland. Dachverband Deutscher Avifaunisten, www.dda-web.de/vid, aufgerufen am 19.04.2017.

Weitere Angaben zur Brutbiologie, Lebensweise etc. der Nilgans finden sich hier:  Wikipedia