Vogelfütterung

Vogelfütterung - Blaumeisen an Fütterung
Blaumeisen an Futtersäule – Foto: Jürgen Hauck

2 Vogelfreunde – 3 Meinungen wenn es um das Thema Vogelfütterung geht. Propagieren die einen eine ganzjährige Fütterung unserer heimischen Vögel, sagen die anderen, das ist völliger Quatsch.
Fest steht, dass es einen dramatischen Rückgang unserer heimischen Vogelbestände gibt.

Spätestens wenn sich die Supermarktregale mit Stollen, Lebkuchen und allerlei Weihnachtsgebäck füllen, tauchen auch unzählige Angebote mit Vogelfutter und dazugehörigen Vogelfutterhäusern auf. Das Füttern der einheimischen Singvögel im Winter ist neben dem Anbringen von Nisthilfen, hier meist Nistkästen für Meisen, wahrscheinlich die häufigste Form des Vogelschutzes für die deutsche Bevölkerung.

Macht die Vogelfütterung Sinn?

Sollen wir „das Ganze“ der natürlichen Auslese überlassen, sollen wir füttern, wenn ja ganzjährig, nur bei Frost oder sollte das Geld für Vogelfutter lieber in den Schutz von Flächen oder konkrete Vogelschutzprojekte fließen.

Jetzt bei Zooplus Vogelfutter kaufen!

In erster Linie profitieren von unseren einheimischen Vögeln sicherlich nur wenige Arten von der Winterfütterung. Das sind vor allem Blaumeise (Parus caeruleus), Kohlmeise (Parus major), Buchfink (Fringilla coelebs), Grünfink (Carduelis chloris), Rotkehlchen (Erithacus rubecula), Amsel (Turdus merula) und Haussperling (Passer domesticus)
um nur einige beispielhaft zu nennen.

Allerdings haben gerade diese Arten recht stabile Bestände, der Beitrag zum Arten- bzw. Vogelschutz ist dadurch eher klein. Andererseits ist der Bildungseffekt einer Futterstelle nicht zu unterschätzen. Oft finden Menschen durch diesen „Erstzugang“ zur Natur und zu weiterem Engagement für den Vogelschutz.

Der Natur eine Chance geben!

Nun ein paar Gedanken zur ganzjährigen Vogelfütterung. In weiten Teilen Deutschlands findet sich mittlerweile eine ausgeräumte wildkräuterfreie Landschaft. Es bleiben im Winter einfach keine Nahrungspflanzen für heimische Vögel und andere Wildtiere stehen! Immer frühere Mahdtermine, „Aufräumungsarbeiten“ am Wegrand, Einsatz von
chemischen Mitteln zur Unkrautbekämpfung, naturferne Hausgärten und viele Dinge mehr bieten auch im Sommerhalbjahr kaum noch ausreichend Nahrung für die Wildvögel.
An ganzjährig bestückten Futterstellen können deutlich mehr Vogelarten Hilfe erhalten.
Neben o.g. typischen Winterarten kommen u.a. Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla), Heckenbraunelle (Prunella modularis), Zilpzalp (Phylloscopus collybita) oder Winter-goldhähnchen (Regulus regulus) bei der richtigen Futterauswahl an die Fütterung.

Ich verzichte auf eine (meine) subjektive Antwort, habe aber ein paar Buchempfehlungen zum Thema Vogelfütterung.