Wacholderdrossel

Die Wacholderdrossel; Turdus pilaris gehört zur großen Ordnung der Sperlingsvögel. Zur Familie der Drosseln (Turdidae) gehören mindestens 21 Gattungen mit über 170 weltweit verbreiteten Arten. Am bekanntesten ist sicherlich die Amsel, Turdus merula auch Schwarzdrossel genannt. Die Wacholderdrossel ist weit verbreitet und besiedelt große Teile der Paläarktis.

Als Lebensraum bevorzugt sie offene bis halboffene Landschaften mit einem nicht zu hohen Baumbestand. Optimale Lebensräume mit hohen Siedlungsdichten finden sich in Bach- oder Flussauen mit vorgelagertem frischem bis feuchtem Grünland, da die Nahrungsflüge nur bis zu 250m vom Nest erfolgen. Seit etwa 200 Jahren hat sich das Verbreitungsgebiet der Wacholderdrossel nach Westen ausgedehnt, so dass sie heute in ganz Mitteleuropa ein häufiger Brutvogel ist.

Wacholderdrossel – Amsel

Die Wacholderdrossel ist etwas kleiner als die Amsel, dabei langflügeliger und schwerer. Vom Aussehen her ist die Art auffallend bunt mit rotbraunen, grauen, weißen und beigen Gefiederpartien. Die Beine sind braun gefärbt und der Schnabel ist dunkelgelb mit noch dunklerer Spitze.

Der Gesang der Wacholderdrossel wird im Flug vorgetragen, wirkt gepresst mit krächzenden und wenig melodischen Tönen. Im Flug und vor allem bei durchziehenden Vögeln ist ein schackern oder tschackern zu hören.

Wacholderdrossel mit Futter
Wacholderdrossel mit Regenwürmern, Foto: Thomas Roth

In der Fortpflanzungszeit besteht die Nahrung der Wacholderdrossel zum großen Teil aus Regenwürmern (siehe Foto Thomas Roth) und anderen wirbellosen Tieren. Pflanzliche Bestandteile werden auch aufgenommen, diese sind ab dem Sommer bzw. Spätsommer Hauptbestandteil der Nahrung. Dann kommen Früchte und Beeren auf den Speiseplan. Fallobst wird von Wacholderdrosseln sehr gerne angenommen und gefressen.

Als typische Koloniebrüter fallen einem zuerst Pinguine, Möwen oder andere Seevögel ein. Aber auch die Wacholderdrossel bildet in der Brutzeit meist kleine Nestkolonien. Einzelnester vor allem in Obstgärten sind allerdings auch völlig normal für diese Drosselart. Die in der Gruppe brütenden Vögel verteidigen ihre Nester intensiv Flugattacken gegen Nestfeinde. Das Nest wird sehr häufig recht offen in Astgabeln auf Bäumen gebaut. Es besteht zum Großteil aus Grashalmen und Blättern.

Die Eiablage erfolgt in Mitteleuropa frühestens Ende März, überwiegend im April. Zweitbruten kommen in Mitteleuropa regelmäßig vor, letzte Gelege werden hier Ende Juni begonnen. Das Gelege besteht aus 2–7, meist 5–6 Eiern, die auf hell bläulichgrünem Grund sehr variabel rotbraun gefleckt sind. Die Brutzeit dauert 10–13 Tage. Die Bebrütung erfolgt ausschließlich durch das Weibchen, auch die Nestlinge werden bis zum Alter von 9–10 Tagen nur vom Weibchen gehudert, danach aber von beiden Eltern gefüttert. Die Jungvögel können mit 18 Tagen schon gut fliegen, mit etwa 30 Tagen sind sie selbstständig.

Die Wacholderdrossel ist in Europa Kurzstreckenzieher und beginnt im Herbst ab Ende September die Brutgebiete zu verlassen. Überwinterungsgebiete befinden sich im Südwesten Europas und den Mittelmeerländern. Auf dem Zug sind die Vögel sehr gesellig, man bekommt sie im Herbst auf Feldern und Wiesen und im Winter auf beerentragenden Bäumen zu sehen.

Im Frühjahr ist die Ankunft der Vögel im März, im Mai haben die Drosseln schon Junge.

Mehr über diese Drossel bei Wikipedia.